Sägewerksbrand in Bruggen
27 Juli 2002, 19:36
Am Samstag, dem 27.07.2002 kam es im Sägewerk Kanzian in Bruggen aus vorerst unbekannter Ursache zu einem verheerenden Brand. Um ca . 17: 45 Uhr wurde für einen Großteil der Feuerwehren des Abschnittes Oberes Drautal der Alarm ausgelöst. Wir wurden um 19:36 Uhr alarmiert. Alarmanforderung : Schlauchmaterial und das Atemschutzfahrzeug. Unverzüglich wurde der Schlauchanhänger mit 1.000 m B-Schläuchen, das GSF als Zugfahrzeug , ASF sowie das KDOF mit dem erforderlichen Personal zum Einsatzort nach Bruggen gesandt.
Von weitem konnte man schon auf Grund der starken Rauchentwicklung den Einsatzort wahrnehmen. Nach der Überquerung der Draubrücke in Bruggen und der direkten Anfahrt zur Brandstelle wiesen ca 20 B-Zubringerleitungen, die von einem nahe liegenden Teich zur Einsatzstelle führten, den Weg. Nach dem Eintreffen am Einsatzort wurde nach Rücksprache mit dem Leiter des Atemschutzsammelplatzes, BM Beringer Peter, das Atemschutzfahrzeug einsatzbereit gemacht und die Füllstelle aufgebaut. Eine Erkundung der Lage vor Ort weist auf eine enorme Einsatzleistung der Feuerwehren hin, die seit ca 2 Stunden gigantisches geleistet haben. So ist es Ihnen gelungen, die angrenzenden ca 70 Meter vom Brandherd entfernten bzw. direkt angrenzenden Gebäude vor der Vernichtung zu bewahren.
Der Hubschrauber des Innenministeriums ist auch vor Ort und versucht bis zum Einbruch der Dunkelheit von der Luft aus, ein Ausbreiten des Brandes in den angrenzenden Wald zu verhindern. Vom Gewerbebetrieb ist nicht mehr viel übrig. Sämtliche Hallen sind eingestürzt und die Blecheindeckung, die den Brandschutt bedeckt , erschwert bzw. behindert die Löscharbeiten. Vom gelagerten Schnittholz ist teilweise außer Glutresten nichts mehr vorhanden oder stehen auf Grund der Brandlast auf der den Hallen zugekehrten Seite im Vollbrand. Auf Grund der starken Rauchentwicklung werden bestehende Angriffstrupps durch Kameraden mit Atemschutz abgelöst. Landesfeuerwehrkommandant Adolf Oberlercher machte sich persönlich ein Bild vom Ort der Verwüstung und den Leistungen der eingesetzten Feuerwehrkameraden.
Zwei Atemschutztrupps – Spittal/Drau und Obervellach rüsten sich mit PSS 99 Atemschutzgeräten aus und führen in weiterer Folge Löscharbeiten auf der Ostseite bzw. der Westseite in Angriff. Der Löschangriff wird vom Trupp Obervellach zwischen den Hallen mittels eines Wasserwerfers der Feuerwehr Steinfeld durchgeführt. Auf der Westseite wird dies ebenfalls mit einem B-Rohr durch den Trupp der Feuerwehr Spittal/Drau bewerkstelligt. Immer mehr Atemschutztrupps werden im ehemaligen Innenbereich des Betriebsgeländes eingesetzt und können auf Grund dieser Angriffstaktik , die teilweise nicht von der Blecheindeckung abgeschirmten Brandstellen leichter bekämpfen.
Im Zuge der zweiten Lagebesprechung, die um ca 22:30 Uhr vom BFK Siegfried Meixner einberufen wurde, konnte von den einzelnen verantwortlichen Einsatzleitern die Meldung „Brand unter Kontrolle“ gegeben werden und es wurde in weiterer Folge versucht Ordnung und System in die weiteren Löscharbeiten zu bringen. Mittlerweilen sind ca 110 Atemschutz-flaschen vom ASF-Spittal gefüllt worden und die 4 Pufferflaschen des Fahrzeuges sind leer. Aus diesem Grund wurde ein Pendelverkehr zur Füllung der leeren Atemschutzflaschen zur Füllstation der Feuerwehr Berg eingerichtet. Das potential an verfügbaren Atemschutzträgern wird immer geringer, teilweise waren einige Kameraden mehrmals im Einsatz und in Folge nicht mehr einsetzbar.
Bei einer weiteren Lagebesprechung um ca 01:00 Uhr wurde vereinbart, dass Tragkraftspritzen, die von allem Anfang eingesetzt waren, pausieren sollen. Löscharbeiten nur mehr geführt werden, wenn diese ohne Atemschutz möglich sind. Weiters wurde Schlauchmaterial, welches nicht mehr gebraucht wurde, zusammengeräumt und der Feuerwehr Spittal/Drau zur Reinigung in der Schlauchwaschanlage der Feuerwehr übergeben.
Nach einer Lagebesprechung um ca 02:00 Uhr, die vom BFK Siegfried Meixner geleitet wird, melden wir uns vom Einsatzort ab und treten die Heimfahrt nach Spittal/Drau an und melden uns nach Ausrüsten der Fahrzeuge um 03:00 Uhr als wieder „ Einsatzbereit „ bei der LAWZ ab.
HBI BRUNNER Franz
Statistik
| Einsatzart Mannschaft Einsatzdauer Fahrzeuge |
Brand/Grossbrand 16 Mann 6h 54 KDOF GSF ASF |
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