Bei Grabungsarbeiten im Stadtbereich, in der Nähe des städtischen Friedhofes, wurde am 11.09.02 eine Erdgasleitung der KELAG durch einen Bagger beschädigt. Die Alarmierung erfolgte um 14:18 Uhr und nachdem der Florianstation die Einsatzadresse und die Einsatzart bekannt gegeben wurde, ist auf Anordnung des Zugkommandanten Tollschein Karl die Alarmierung der Feuerwehren St.Peter-Spittal und Olsach/Molzbichl angeordnet worden. Gleichzeitig mit der Alarmierung durch die LAWZ wurde von dieser auch der ORF beauftragt, eine entsprechende Warnung über Radio an die Bevölkerung auszusenden.
Die Ersteinweisung am Schadensort erfolgte ebenfalls durch den Zugskommandanten und es wurden vorsorglich alle Zufahrtsstrassen zum Einsatzort abgeriegelt.
Schon von weitem konnte man das zischende Geräusch des austretenden Gases wahrnehmen und dieser Umstand hat sicherlich auch dazu beigetragen, dass Neugierige den unmittelbaren Gefahrenbereich mieden. Mittels Dräger Multiwarn und Pacex wurde der Gefahrenbereich ausgemessen. So konnte man feststellen, dass im Umkreis der Schadensstelle, ca. 4 m im Radius absolute Zündgefahr bestand und bei beiden eingesetzten Geräten der Alarm I ausgelöst wurde.
Als erschwerend war, dass zum Zeitpunkt des Schadensereignises eine Begräbnisfeierlichkeit stattfand und jeden Augenblick mit den Teilnehmern dieser Trauerfeier zu rechnen war. Weiters befand sich im unmittelbaren Bereich ein Großeinkaufszentrum, das ebenfalls stark besucht war. Vorsorglich wurde jedes Fahrzeug, das den unmittelbar an die Gasaustrittsstelle angrenzenden Parkplatz verlassen wollte, händisch aus dem Gefahrenbereich geschoben. Auch wurden brennende Kerzen im angrenzenden Friedhofsbereich ausgelöscht.
Da uns von Seiten der KELAG mitgeteilt wurde, dass der Gasspürtrupp voraussichtlich erst in 20 Minuten vor Ort sein wird, haben wir versucht durch Absperren der Gasschieber im unmittelbaren Bereich der Gefahrenstelle den Gasaustritt zu stoppen. Dies war sehr zeitaufwendig, da sich in diesem Bereich sehr viele Gasschieberdeckel befanden, die aber nur zur Orientierung der Gasleitung gesetzt waren.
Von Seiten Bezirksgendarmerikommando wurden alle zu Verfügung stehenden Kräfte zusammengezogen und waren aktiv an den Absperr- bzw. Evakuierungsmaßnahmen beteiligt. Zirka 15 Minuten nach der Alarmierung traf der erste Vertreter der KELAG an der Einsatzstelle ein und mittels eines Schieberplanes wurde versucht, die Gasleitung gezielt ab zu sperren. Weiters wurde vom Kommandant der Feuerwehr St.Peter-Spittal, OBI Geier ein Holzkeil in die ca 3cm Durchmesser große Schadensstelle gekeilt, die eine Reduktion des Gasaustrittes mit sich brachte. Nach ca 25 Minuten, nachdem der Gasspürtrupp der KELAG eingetroffen war und die richtigen Schieber abgesperrt wurden, konnte der Gasaustritt gestoppt werden. Messungen in den umliegenden Gebäuden wurden gemeinsam mit einem verantwortlichen der Kelag und der Feuerwehr getätigt und festgestellt, dass keine weitere Gefahr bestand und diese auch wieder betreten werden dürfen.
Nach ca einer Stunde war der Einsatz beendet. Für uns als Einsatzkräfte war dies ein Einsatz, der in dieser Größenordnung erstmalig aufgetreten war. Aus diesem Grund wurden auch die Einsatzmaßnahmen, sprich Absperrmaßnahmen sehr großzügig und weiträumig angeordnet. Dieser Umstand wurde von einigen so genannten „Experten“ kritisiert.
Laut OMV – „Verhalten bei Erdgasgebrechen“ ( BtF OMV Gänserndorf, HBI Hofegger) sind die Absperrbereiche mit 300-500 m angegeben. In diesem Bereich darf sich keine Zivilbevölkerung aufhalten. Weiters ist die Gefahrenzone im Mindestabstand im Umkreis von 30 m zur Austrittsstelle, unbedingt einzuhalten. Der Mindestabstand mit der Windrichtung und mit der Austrittsrichtung sollte 60 m betragen. Es wird in dieser Ausbildungsanleitung ausdrücklich darauf hingewiesen, dass dies „Mindestwerte“ sind und unbedingt eingehalten werden müssen, da die Gefahr einer Zündung immer gegeben ist.
Als Resümee aus diesem Einsatz wird es in nächster Zeit ein Informationsgespräch geben, an dem Experten der KELAG, Vertreter der Exekutive, Behördenvertreter sowie die Feuerwehr teilnehmen werden. Bei diesem Gespräch sollten Schwachstellen bzw. Mängel aufgearbeitet werden, um in Zukunft noch effizienter arbeiten zu können.
HBI BRUNNER Franz
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