Gasaustritt
23 Dezember 2008, 09:35
Wenn es stark nach Gas riecht, muss nicht unbedingt ein Gasgebrechen vorliegen.
Eine Alarmierung am 23.12.2008 hat kurzfristig für Aufregung bei der Feuerwehr Spittal/Drau gesorgt. Über „stillen Alarm“ wurde uns mitgeteilt, dass mehrere Meldungen über starken Gasgeruch im Bereich der Druckreduzierstation der KELAG, die sich im Osten der Stadt befindet, bei der LAWZ eingegangen sind. Aufregung vor allem deshalb, weil sich in unmittelbarer Umgebung ein Umspannwerk der KELAG bzw. ein großer Baumarkt, mehrere Industriebetriebe sowie Wohn und Gewerbebetriebe befinden.
Sofort wurde versucht telefonisch mit der KELAG – Gas Kontakt aufzunehmen. Weiters sind KDOF, GSF und Tank 4001 unverzüglich zum vermeintlichen Einsatzort ausgerückt. Nach Eintreffen der Fahrzeuge wurde folgende Lage vorgefunden.
Bei der Druckreduzierstation der KELAG – Gas wurde der Behälter mit dem Odorierungs-mittel „Tetrahydrothiophen“ mit der UN Nr. 2412 ausgetauscht. Dabei ist eine Menge von ca. 2 Liter ausgetreten und hat sich auf dem Betonboden der Station verteilt.
Dieser Austausch wird periodisch, Jahreszeitabhängig nach Bedarf durchgeführt und ist für den typisch bekannten Gasgeruch verantwortlich, denn das von der KELAG über die Hochdruckleitung zur Reduzierstation gelieferte Erdgas, ist geruchlos.
In dieser wird der Gasdruck von über 40 Bar auf unter 1 Bar Gasdruck reduziert und das Odorierungsmittel beigemengt und steht in weiterer Folge den Abnehmern zur Verfügung.
Mit dem ebenfalls alarmierten Landeschemiker wurden Maßnahmen beraten und vorerst die Reste des Mittels gebunden und mit einem Chemikalienbinder – Bioversal die Neutralisation der stark riechenden Flüssigkeit versucht. Für diese Arbeit war es erforderlich, dass vorsorglich Atemschutz und leichte Schutzkleidung verwendet werden. Als positiv hat sich der Umstand ausgewiesen, dass einer der Techniker der KELAG, Feuerwehrmitglied und Atemschutzträger war und so ein Gerät aufnehmen konnte.
Einem der beiden KELAG-Mitarbeiter wurde auf Grund der Inhalation der Gase übel und wurde von seinem Kollegen in das Krankenhaus Samonigg geliefert und mußte in Folge zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben, dass er aber mittlerweilen bereits wieder verlassen hat.
Nachdem die Ursache des Gasgeruches bekannt und an die Florianstation übermittelt wurde, ist eine Meldung via FAX an die LAWZ gesendet worden, mit der Bitte eine Durchsage, über die Ursache des Gasgeruches dem ORF zu übermitteln.
Am 24.12.2008 wurde auf Anforderung des Bereichsleiter der KELAG Gas, Josef Polster und des Landeschemikers Bernd Sengseis (Aktives Mitglied der Feuerwehr Spittal/Drau) auf Grund der Anrainerbeschwerden weitere Maßnahmen getroffen. So wurden sämtliche Leitungen mit Chemikalienbinder gereinigt bzw. der Boden nochmals vollflächig benetzt. Während dieser Tätigkeit wurde ein Druckbelüftungsgerät eingesetzt.
Weiters wurde der KELAG am 28.12.2008 ein Be-und Entlüftungsgerät zur Verfügung gestellt, welches zur Unterstützung der Abbrucharbeiten des Betonbodens diente. Diese Maßnahme wurde auf Grund der nach wie vor starken Geruchsbelästigung beschlossen und in weiterer Folge durchgeführt.
Am Einsatz waren KDOF, GSF, MTF, TLF 4001 sowie 18 Mann der Feuerwehr Spittal/Drau, sowie 2 Mann der Polizeiinspektion Spittal bzw. der Landeschemiker und Mitarbeiter der KELAG beteiligt.
Statistik
| Einsatzart Mannschaft Einsatzdauer Fahrzeuge |
Hilfeleistung/Geruchs-, Rauchbelästigung 18 Mann 2h 14 KDOF TLF 4000-1 TLF 4000-2 ASF |
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